Haben sie schon einmal einen Text aus der Bibel gesucht für eine Weihnachtskarte, oder für eine Feier in der Gemeinde? Wahrscheinlich haben Sie viele Texte gefunden, denn im Neuen Testament wird ausführlich die Geburt Jesu berichtet. Der Evangelist Lukas erzählt wie der Kaiser Augustus eine Volkszählung einberief und dadurch Maria und Josef nach Betlehem reisen mussten. Dort geschah es, dass Jesus geboren wurde, wie die Propheten des Alten Testamentes geweissagt hatten. Danach berichtet der Evangelist, wie die Hirten auf dem Felde die Nachricht
erhielten durch die Botschaft der Engel, die da lautete: „Fürchtet euch nicht. Siehe, ich verkündige euch groβe Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr in der Stadt Davids“. Diese Botschaft kennen wir ja von Kindheit an, so auch den Gesang der Engel, der in der Liturgie unseres Gottesdienstes steht: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen“.
Sie werden beobachten , dass Matthäus die Geburt Jesu anders berichtet. Er hatte die Absicht, dem Volk Israel zu zeigen, dass Jesus der verheiβene Messias war, und so beginnt er mit einem Stammbaum, der die Abstammung Jesu von Abraham bis zu David genau beschreibt. Dann erklärt er den Namen Jesus, „der sein Volk retten wird aus seinen Sünden“. Und gibt die Erklärung des Namens Immanuel, welcher bedeutet: Gott ist mit uns. Diese Bezeichnung Immanu- el ist eine Prophezeiung des Jesaja, die wir schon oft hörten in der Weihnachtszeit. Jesaja sagt: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie Immanuel heiβen, das bedeutet Gott ist mit uns.
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Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter und er heiβt: Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst. (Jesaja 9,5) |
Nun nannte ich einige Abschnitte aus dem Neuen Testament, die von der Geburt des Heilands sprechen, und die wir regelmäβig zur Weihnachtszeit hören oder auch schon auswendig kennen. Aber diese Ge- burt Jesu ist für uns Menschen so wichtig, dass schon die Propheten im Alten Testament dieses Ereignis an- gekündigt haben. Ich nenne zum Beispiel die Prophezeiung des Jesaja, der 733 Jahre vor Christus gelebt hat. Sie gehört auch zu den Weihnachtsbotschaften, die wir kennen: „Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter und
heiβt: Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst“. Diese Verheiβung begleitete das Volk Israel von Generation zu Generation. Deshalb ist es nicht zu verwundern, dass das Volk damals von Jesus erwartete, dass er seine Macht gebrauchte um sein Volk von d e r Gewalt der Römer zu befreien.
So erwarten die Menschen auch heute den Christus, den Retter. Er ist und bleibt der Herr dieser Welt, aber in einer anderen Art und Weise – nicht mit Gewalt, sondern mit seinem Geist der Liebe.
Für uns Christen ist diese Verheiβung so aktuell wie damals 700 Jahre vor Christus. Jesus ist als Licht in diese Welt gekommen, als Held, der der Macht des Bösen dessen Kraft genommen hat. Wir können es täglich spüren, wenn wir mit ihm in Verbindung bleiben im Gebet.
Wollen wir einmal die Namen betrachten, die Jesaja dem Königssohn gab: „Er heiβt: Wunder-Rat“ – in einer anderen Übersetzung: weiser Ratgeber. Jesus tat Wunder und er gab weise Ratschläge wie wir sie zum Beispiel in den Seligpreisungen lesen können. Diese zeigen die Kraft, die in der Demut und im Glauben liegen. Und Wunder, die können wir täglich erleben, wir müssen nur Augen haben, um Gottes Wunder in der Natur und in unseren Leben zu sehen und zu bestaunen.
Er heiβt: Gott-Held oder starker Gott. Diesen starken Gott können wir erleben in unserem Alltag, in unseren Anfechtungen, in den Krisenzeiten unseres Lebens. Er steht uns stets zur Seite.
Er heiβt: Ewig-Vater. Wenn uns alles verloren geht, wenn wir ganz alleine sind und keinen Menschen haben, der uns hilft. Er steht uns bei und verlässt uns nicht. Er leitet und trägt uns mit liebenden Händen, denn er ist ein rechter Vater, der uns kennnt und uns liebt.
Er heiβt: Friede-Fürst. Nichts braucht die Mensch- heit mehr als einen dauernden Frieden. Wo man hin- sieht, wo Menschen leben und wohnen, ist Unruhe, Krieg, Hass, Verzweiflung. Wir alle sehnen uns nach Frieden und Ruhe. Bei ihm allein, bei unserem Heiland, bei unserem Retter können wir wahren Frieden finden, denn er ist unser Friedefürst. Er schenkt uns wahren Frieden, wenn wir getrost unser Leben in seine Hände legen und ihm vertrauen.
Am Anfang stellte ich die Frage, ob Sie schon nach einem Bibeltext zu einer Weihnachtskarte oder einer Feier gesucht hatten. Hoffentlich haben Sie in diesem Abschnitt etwas gefunden. Ich wünsche Ihnen eine gute Feier und eine gesegnete Weihnacht. Gott sandte Jesus in diese Welt um uns, dich und mich, zu erfreuen und zu erlösen.

Pfarrer
Werner Zischler